SC Victoria: „Ich habe keine Zweifel“

Auch wenn es auf dem Bild etwas anders aussieht, so blickt Trainer Sascha Bernhardt positiv auf die Saison und auf die Zukunft. (Foto: Niklas Runne)
Auch wenn es auf dem Bild etwas anders aussieht, so blickt Trainer Sascha Bernhardt positiv auf die Saison und auf die Zukunft. (Foto: Niklas Runne)

Acht lange Spiele musste der SC Victoria zwischen November und Ende Februar warten, ehe eine lange Durststrecke endete. Mit 5:1 gelang „Vicky“ vor knapp drei Wochen ein wichtiger Befreiungsschlag, dem am letzten Wochenende ein Derbysieg folgte. Durchatmen ist an der Hoheluft damit angesagt, auch wenn Trainer Sascha Bernhardt trotz der Negativserie positiv blieb. Wir sprachen mit ihm über den Saisonverlauf, seine persönlichen Eindrucke und die Zukunft bei Victoria.

Besser gestartet als erwartet

Und bisher fällt das Resümee zur Saison positiv aus, wobei der SCV von einem starken Saisonstart profitiert. Mit drei Siegen in den ersten vier Spielen startete der neue Chef mit seiner Mannschaft, besiegte dabei unter anderem den HEBC und Süderelbe. Auch danach ging es gut weiter. Altona konnte sich erst in der Nachspielzeit drei Punkte sichern, mit Dassendorf (2:2) und dem ETSV (3:1) ließen zwei Spitzenteams sogar Federn im Stadion Hoheluft. „Da haben wir sicherlich besser performed als wir erwartet hatten“, meint Bernhardt bescheiden. Dafür ging es nach dem ETSV-Spiel bergab: vier der letzten fünf Spiele vor der Winterpause verlor der SC Victoria, konnte so mit den besten Sechs der Tabelle nicht Schritt halten. Gestoppt wurde diese Serie erst am 28. Februar mit dem bereits angesprochenen 5:1 in Harksheide. Gerade so rechtzeitig hat man sich also berappelt und ist aktuell jenseits von Gut und Böse.

Zu Saisonbeginn durfte der SC Victoria öfters jubeln. (Foto: Niklas Runne)
Zu Saisonbeginn durfte der SC Victoria öfters jubeln. (Foto: Niklas Runne)

Keine Zweifel beim und am Coach

Für Sascha Bernhardt hat es sich damit etwas zurecht geruckelt: „Unsere starken Auftritte zu Beginn der Saison wurden über den Winter ausgeglichen. Natürlich hätten wir das hohe Tempo gerne gehalten, aber andere Teams leisten auch gute Arbeit. Am Spieltag entscheiden in dieser ausgeglichenen Liga Kleinigkeiten.“ Trotz der Negativserie über den Winter hatte Bernhardt keine Zweifel an seiner Mannschaft: „Die Jungs haben mein Vertrauen und ich habe nicht mit dem Gedanken gespielt, dass wir nochmal ganz unten rein müssen. Dafür haben wir zu viel Qualität.“

Vorteil Bernhardt: er kann in einem ruhigen und stabilen Umfeld arbeiten. Teammanager Michel Massing hält ihm den Rücken frei, wohl wissend, dass ein Umbruch auch mit Rückschlägen verbunden ist. „Das ist ungemein beruhigend“, so Bernhardt: „Wir tauschen uns aus, natürlich kommuniziert Michel auch seine Eindrücke und Ideen. Aber er hält mir den Rücken frei. Und die Mannschaft kann es bisher zurückzahlen.“

Problemthema Standards

Die Entwicklung stimmt beim SC Victoria – auf dem Platz und daneben. Spielerisch sieht es sehr gut aus, was die Mannen um Kapitän Brian Jungjohann zeigen. Doch ein Problem bekommt auch Bernhardt bisher nicht gelöst. „Unser Kopfballspiel und unser Verhalten bei Standards hat noch ganz viel Luft nach oben“, so der der 32-Jährige und zählt ein halbes Dutzend Spiele auf, in denen „Vicky“ nicht gewann, weil Standardsituationen zu Gegentoren führten: „Die Jungs sind bemüht, aber gerade den Ausfall von Nikolas Mallwitz können wir da nicht kompensieren. Aber daran werden wir arbeiten und sicherlich wird der eine oder andere Neuzugang auch seine Stärken im Kopfballspiel haben.“

Kaderplanung in vollem Gange

Ein Punkt dabei: diesmal kann der Trainer viel besser in die Kaderplanung einsteigen. „Als ich im April unterschrieb, waren viele Spieler vom Markt schon weg.“ Da musste Victoria aus der Not eine Tugend machen, holte viele junge Spieler wie beispielsweise Raif Adam oder Pepe Bensch vom Nachbarn ETV. „Bei Raif war es Plug and Play: er kam auf den Platz und lieferte, wurde so für den ETV wieder interessant“, so Bernhardt: „Bei anderen Spielern dauert es, bis sie sich an die Oberliga gewöhnen. Aber die Zeit bekommen sie und die Entwicklung ist positiv.“

Den Grundstock für die kommende Saison bilden aber 20 Spieler, die bereits Verträge unterschrieben haben. Dazu gehören Routiniers wie Sönke Meyer („Er hat nochmal richtig Bock“), Dennis Bergmann oder Hendrik Rabe, aber auch junge Akteure wie Max Kahr oder Darijo Maksimovic bleiben an der Hoheluft. Externe Neuzugänge und weitere Spieler aus dem aktuellen Kader sollen Victoria nochmal schlagkräftiger machen.

Dennis Bergmann gehört zu den Routiniers, der an der Hoheluft bleibt. (Archivfoto: Lobeca/Rohlfs)
Dennis Bergmann gehört zu den Routiniers, der an der Hoheluft bleibt. (Archivfoto: Lobeca/Rohlfs)

Überraschung gewollt

Die Planungen für 2025/26 laufen – was geht noch in dieser Spielzeit für die Blau-Gelben? „Wir wollen den achten Platz verteidigen“, so Bernhardt: „Ein einstelliger Tabellenplatz war unser Ziel und das können wir weiter erreichen.“ Ein weiteres Augenmerk liegt auf dem Pokal. „Ich hätte natürlich gern ein Heimspiel gehabt“, spielt der „Vicky“-Coach auf die Pokalauslosung mit einem Auswärtsspiel bei Altona 93 an: „Andererseits ist so ein Traditionsduell an einem Karfreitag mit hoffentlich vielen Zuschauern ein absolutes Highlight.“ Und wie im Hinspiel an der AJK (1:2) will man den großen Favoriten ärgern – denn das Finale im eigenen Stadion wäre ein echtes Highlight der ersten Cheftrainer-Saison beim SC Victoria von Sascha Bernhardt.